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Häufige Fragen
Welche Prüfverfahren stehen beim Bolzenschweißen zur Verfügung und welche sind für den Bediener relevant?
Eine Prüfung der Schweißung beim Bolzenschweißen ist unerlässlich. Im Gegensatz zu anderen Schweißverfahren sind die Prüfverfahren bis auf eine Ausnahme (Sichtprüfung) immer zerstörend. Für den Bediener sind grundsätzlich nur die Sicht- und Biegeprüfung relevant, gegebenenfalls auch noch die Prüfung des Drehmoments. Andere Prüfverfahren wie Röntgenprüfung, Makroschliff, Zugversuch und Prozessüberwachung sind Aufgabe der Schweißaufsicht oder übergeordneten Prüfstellen.
Was muss bei der Sichtprüfung nach jeder Schweißung beachtet werden?
Die Sichtprüfung ist vom Bediener nach jeder Schweißung durchzuführen! Der Schweißwulst sollte immer rundum geschlossen sein und eine helle und glänzende Oberfläche aufweisen. Nach dem Verschweißen sollte der Bolzen über seine Nennlänge verfügen. Diese einfache aber wichtige Kontrolle gibt erste Hinweise auf die Qualität der Schweißverbindung.
Wann und wie wird die Biegeprüfung durchgeführt?
Vor jedem Arbeitsbeginn (Schichtbeginn) sind vom Bediener mindestens drei Bolzen zu schweißen, um 60° zu biegen und nach einer Sichtprüfung das Ergebnis ordnungsgemäß zu dokumentieren. Der Test ist bestanden, wenn kein Bruch oder Riss in der Schweiß- und Wärmeeinflusszone gefunden wird. Bei der Biegeprüfung kann der Bolzen wahlweise mit einem Hammer, mit Hilfe eines Rohres oder einer hydraulischen Presse gebogen werden - dabei ist unbedingt auf die Arbeitssicherheit zu achten.
Welchem Zweck dient die Röntgenprüfung beim Bolzenschweißen?
Die Durchstrahlungsprüfung dient insbesondere zum Aufspüren von Poren in der Schweißverbindung. Die im Bolzenquerschnitt befindlichen Fehler dürfen je nach Regelwerk 5% oder 10% nicht übersteigen. Diese Prüfung wird von der Schweißaufsicht oder übergeordneten Prüfstellen durchgeführt und gibt Aufschluss über die innere Qualität der Schweißverbindung.
Technische Ressourcen
Unsere technischen Dokumente unterstützen Sie dabei, höchste Qualitätsstandards beim Bolzenschweißen zu erreichen: Von detaillierten Produktdatenblättern mit allen technischen Spezifikationen über präzise Schweißparameter-Tabellen bis hin zu Qualitätsleitfäden für verschiedene Materialien und Branchen – alles für perfekte Schweißergebnisse.
Glossar
Hier finden Sie alle wichtigen Begriffe rund um Qualitätsprüfung und Standards beim Bolzenschweißen. Jeder Begriff wird verständlich erklärt und zeigt Ihnen, wie Sie die Qualität Ihrer Schweißverbindungen bewerten und sicherstellen können.
Härteprüfung
Mittels der Härteprüfung kann die Widerstandsfähigkeit einer Bolzenschweißung in Bezug auf Festigkeit und Zähigkeit überprüft und Schweißzonen hinsichtlich ihres Härteverlaufs bewertet werden. Die Ermittlung von Kennwerten (Härtewerten) ermöglicht die Beurteilung einer Bolzenschweißung bei einem technisch relevanten Bauteil, welches im Rahmen der allgemeinen Qualitätssicherung einer offiziellen Abnahme bedarf. Bei der Härteprüfung wird ein sogenannter Eindringkörper mit vorgegebener Abmessung und vorgegebener Last in die zu prüfende Schweißzone gedrückt. Dabei wird die Härte durch Messen der Größe des vom Eindringkörper hinterlassenen Eindrucks und die dazu nötige Prüfkraft bestimmt.
Sichtprüfung
Die Qualität einer Bolzenschweißverbindung kann durch äußere Einflüsse beeinträchtigt werden. Ein unbemerkter Luftzug, Feuchtigkeit und Verunreinigungen auf der Schweißstelle, aber auch eine unzureichende Stromzufuhr wirken sich auf den Schweißvorgang aus. Zudem können Nachlässigkeiten bei der Justierung oder Einstellfehler bei den Parametern die Qualität einer Bolzenschweißverbindung erheblich beeinträchtigen. Für das Erkennen dieser äußeren Mängel ist lediglich ein geschultes Auge und zusätzlich eventuell eine Lupe erforderlich.
Typische Fehlerbilder bei Bolzenschweißverbindungen sind:
- schief sitzende Bolzen
- Lunker
- Einbrände
- Poren
Zugprüfung
Bei einer Zugprüfung nach DIN EN ISO 6892-1 werden Zugfestigkeit und Streckgrenze eines Bauteils ermittelt. Zwei der wichtigsten Informationen zur Beurteilung der Qualität. Dabei wird das Probestück derart beansprucht, dass es sich zunächst einschnürt um anschließend zu brechen. Zwar gibt das Ergebnis einer Zugprüfung lediglich Aufschluss über die Qualität des Probestückes, dies ermöglicht jedoch indirekt Rückschlüsse auf das Verhalten des fertigen Bauteils im eingebauten Zustand. Bei konsequenter Durchführung von Stichproben können so frühzeitig eventuelle Abweichungen von den geforderten Toleranzen festgestellt werden.
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