Bolzenschweißen mit Spitzenzündung ist ein Kondensatorentladungs-Schweißverfahren, bei dem eine zylindrische Zündspitze den Lichtbogen zündet. Es wird typischerweise für Bolzen bis ca. 8 mm eingesetzt und arbeitet mit sehr kurzen Schweißzeiten (ca. 1–3 ms) – ideal für dünne Bleche und Anwendungen mit minimalem Wärmeeintrag.
Das wichtigste im Überblick
Details zu dieser Schweißtechnik
Das Verfahren „Bolzenschweißen mit Spitzenzündung“ wird für Bolzen bis etwa 8 mm Durchmesser eingesetzt. Man verwendet Bolzen mit kleiner zylindrischer Spitze. Als Stromquelle dient eine Kondensatorbatterie. Der Spitzenstrom kann 10.000 A erreichen; die Schweißzeit liegt zwischen 1 und 3 ms.
Die Kondensatorbatterie wird auf eine vorgegebene Spannung aufgeladen. Im Allgemeinen wird der Minuspol mit dem Bolzen verbunden. Der Bolzen mit seiner genau dimensionierten zylindrischen Zündspitze wird zum Werkstück bewegt. Der rasch ansteigende Strom lässt die Zündspitze schlagartig schmelzen und zündet damit den Lichtbogen.
Bolzen und Werkstück werden angeschmolzen. Mit dem Auftreffen des Bolzens erlischt der Lichtbogen, die Schmelzzonen vereinigen sich und erstarren. Die Restenergie des Kondensators entlädt sich im Kurzschluss.
Beim Bolzenschweißen mit Spitzenzündung gibt es zwei Verfahrensvarianten. Beim "Schweißen mit Spalt" kann, der Bolzen auf eine bestimmte Geschwindigkeit beschleunigt werden. Durch den Zündvorgang wird die Bewegung verzögert.
Beim "Schweißen mit Kontakt" berührt die unter Federkraft stehende Zündspitze das Werkstück. Mit dem Einschalten des Stromes schmilzt die Zündspitze schlagartig und zündet den Lichtbogen. Der Bolzen bewegt sich zum Werkstück und verschweißt.
Da der Bogen aus dem Ruhezustand beschleunigt werden muss, ergibt sich eine längere Schweißzeit als beim Schweißen mit Spalt.
Der sehr kurzzeitige Schweißvorgang lässt sich nur anhand von Oszillogrammen verfolgen. Die heute verfügbaren Messgeräte können den Vorgang speichern und ermöglichen damit eine genaue Beurteilung des Ablaufs.
Schritt 1
Start
Schritt 2
Lichtbogen brennt
Schritt 3
Eintauchen
Schritt 4
Fertige Schweißung
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Häufige Fragen zur Spitzenzündung
Was ist der Unterschied zwischen Spitzenzündung und Hubzündung?
Spitzenzündung arbeitet mit Kondensatorentladung und sehr kurzen Zeiten im ms-Bereich. Hubzündung nutzt einen Hubmechanismus und längere Prozesszeiten; sie ist für größere Durchmesser und robustere Anwendungen geeignet. Die Wahl hängt vor allem von Blechdicke, Bolzen-Ø und Qualitätsanforderung ab.
Woran erkenne ich, ob „Spalt" oder „Kontakt" die richtige Variante ist?
Wenn der Prozess auf reproduzierbare Bewegung und definierten Anpressweg ausgelegt ist, wird häufig „Spalt" gewählt (schneller Prozess). „Kontakt" ist eine Alternative, wenn die Zündspitze unter Federkraft anliegt – dabei ist die Schweißzeit typischerweise länger. In beiden Fällen sollten Parameter per Probeschweißung validiert werden.
Welche Rolle spielt die Oberflächenvorbereitung?
Sehr kurzzeitige Prozesse reagieren empfindlich auf Öl, Beschichtungen und Oxid. Eine saubere, metallische Oberfläche verbessert die Zündung und reduziert Ausfälle (z. B. Zündprobleme oder unvollständige Schweißung). Vor Serienstart: reinigen, testen, dokumentieren.
Wie kann ich den Prozess überwachen, wenn alles so schnell abläuft?
Der Vorgang ist so kurz, dass er praktisch nur über Mess- und Aufzeichnungsgeräte (z. B. Oszillogramme) detailliert beurteilt werden kann. Moderne Geräte können den Ablauf speichern; für die Praxis ist zusätzlich eine konsequente Probeschweißung mit visueller Kontrolle sinnvoll.