Schweißbolzen

Kurzzeit-Bolzenschweißen

Kurzzeit-Bolzenschweißen ist ein Hubzündungs-Lichtbogenverfahren für Bolzen Ø 3–12 mm auf dünnen Blechen. Durch die kurze Prozessdauer entsteht ein flacher Einbrand. Als Faustregel gilt: Die Blechdicke sollte mindestens 1/8 des Bolzendurchmessers betragen (Beispiel: bei Ø 8 mm mindestens 1 mm Blech).

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Fakten auf einen Blick

Einsatz

Dünne Bleche, geringer Einbrand (Ø 3–12 mm)

Faustregel Blechdicke

Mindestens 1/8 × Bolzen-Ø

Bolzengeometrie

Häufig flache Kegelspitze, meist ohne Aluminiumzusatz

Einsatzgrenzen & Richtwerte

Merkmal Richtwert / Hinweis
Bolzen-Ø 3–12 mm
Mindestblechdicke mindestens 1/8 × Bolzen-Ø
Einbrand flach (geeignet für dünne Bleche)
Bolzengeometrie häufig angestauchter Flansch + flache Kegelspitze
Aluminiumzusatz in der Regel nicht erforderlich
Polung (typisch) Pluspol an Werkstück
Qualitätscheck Probeschweißung + Sichtprüfung; je nach Anforderung Biegeprüfung

Details zu dieser Schweißtechnik

Das Verfahren „Kurzzeit-Bolzenschweißen“ wird für Bolzen von 3 bis 12mm Durchmesser auf dünne Bleche eingesetzt. Die Mindest-Blechdicke beträgt dabei 1/8 des Bolzen-Durchmessers. Es wird ein flacher Einbrand im Werkstück erzielt. Daher verwendet man diese Technik besonders zum Schweißen von Schweißbolzen auf dünnen Blechen. In der Regel werden Bolzen mit angestauchtem flansch und flacher Kegelspitze ohne Aluminiumzusatz eingesetzt. 

Im Allgemeinen wird der Pluspol der Stromquelle an das Werkstück geklemmt. Der Bolzen wird in den Bolzenhalter der Bolzenschweißpistole eingeschoben. 

Zu Beginn des Schweißvorganges wird der Bolzen durch einen Hubmechanismus angehoben und zuerst ein Hilfslichtbogen (Pilotlichtbogen) geringer Stromstärke, dann der Hauptlichtbogen zwischen Bolzenspitze und Werkstück gezündet. Der Hauptlichtbogen hoher Stromstärke muss auf den Bolzendurchmeser abgestimmt sein. Die Bolzenstirnfläche und das gegenüberliegende Werkstück schmelzen dann an. 

Nach Ablauf der eingestellten Schweißzeit wird der Bolzen zum Werkstück bewegt und beide Schmelzzonen vereinigen sich. Dann wird die Stromquelle abgeschaltet, die Schmelzzone erstarrt und kühlt ab.

Ansicht eines Schweißbolzens

Schritt 1

Der Bolzen wird auf das Werkstück aufgesetzt.

Ansicht eines anzuschweißenden Bolzens

Schritt 2

Der Bolzen wird unter Stromfluss abgehoben, wodurch ein Lichtbogen entsteht.

Ansicht eines anzuschweißenden Bolzens

Schritt 3

Der Lichtbogen schmilzt Bolzen und Werkstück an.

Ansicht des Bolzenschweißvorgangs

Schritt 4

Der Bolzen taucht in die Schmelze ein.

Ansicht eines angeschweißten Bolzens

Schritt 5

Eine vollflächige Verbindung ist entstanden.

Beim Kurzzeit-Verfahren entscheidet die Blechdicke über Erfolg oder Ärger. Wird die 1/8-Faustregel unterschritten, sieht die Schweißung oft zuerst gut aus – aber die Verbindung wird empfindlich gegen Biegen und Schwingung. Darum: erst Blechdicke und Oberfläche prüfen, dann Parameter einstellen.

Michael Krämer – Schweißfachmann (EWS | IWS), Anwendungstechnik bei KÖCO

Häufige Fragen zum Kurzzeit-Bolzenschweißen

Für welche Blechdicken ist Kurzzeit-Bolzenschweißen geeignet?

Als Faustregel gilt: Die Blechdicke sollte mindestens 1/8 des Bolzendurchmessers betragen (z. B. Ø 8 mm → mind. 1 mm Blech). Das sorgt für einen stabilen Prozess mit flachem Einbrand.

Welche Bolzen werden beim Kurzzeit-Verfahren verwendet?

Typisch sind Bolzen mit angestauchtem Flansch und flacher Kegelspitze. In der Regel werden Ausführungen ohne Aluminiumzusatz eingesetzt.

Worin liegt der Vorteil des Kurzzeit-Verfahrens?

Der große Vorteil ist der flache Einbrand: Dadurch eignet sich Kurzzeit-Bolzenschweißen besonders für dünne Bleche, bei denen Verzug oder Rückseitenbeeinflussung minimiert werden soll.

Was ist der Unterschied zwischen Kurzzeit und Spitzenzündung?

Kurzzeit ist ein Hubzündungs-Lichtbogenverfahren für dünne Bleche mit flachem Einbrand. Spitzenzündung ist ein Kondensatorentladungsverfahren mit sehr kurzen Zeiten (ms-Bereich) und eigener Zündspitze. Welche Methode besser passt, hängt von Bolzen-Ø, Blechdicke und Serienanforderung ab.

Wie stelle ich die Parameter sicher ein?

Starten Sie mit Richtwerten, führen Sie eine Probeschweißung durch und prüfen Sie die Schweißung per Sichtkontrolle (und je nach Anforderung Biegeprüfung). Bei Abweichungen zuerst Blechdicke/Oberfläche/Anpressbedingungen prüfen, dann Strom und Zeit nachstellen.

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